
Die Pläne für das Henschel-Areal sind jetzt bei einer Infoveranstaltung vorgestellt worden. Die Heilhaus-Anwohner hatten ein Jahr auf Antworten gewartet. Trotz Anpassungen ist die Enttäuschung groß. Bei Rüstungsgegnern stieß die Ankündigung, dass keine KNDS-Produktion kommt, auf ein gemischtes Echo.
Kassel – Bei einer Infoveranstaltung im Kasseler Technikmuseum sind am Dienstagabend, 9. Juni 2026, die Pläne für das Henschel-Areal vorgestellt worden. Vorher hatte das Bündnis „Kein Krieg in Rothenditmold“ bei einer Kundgebung mit etwa 100 Teilnehmern eindringlich vor den Folgen einer Ausweitung der Rüstungsindustrie auf dem Gelände gewarnt.
Zur Veranstaltung ab 19.30 Uhr hatten die Stadt Kassel, Eigentümer Sector Seven Investors GmbH und der Entwicklungspartner Büro Dr. Vogel GmbH (beide Berlin) geladen. Die Vorstellung des Planungsentwurfs und die anschließende Fragerunde dauerten bis kurz nach 23 Uhr.
Der Redebedarf war groß: Insbesondere die Bewohner der Heilhaus-Siedlung hatten ein Jahr lang auf Antworten gewartet. Eigentümer und Planungsbüro erklärten, auf viele Eingaben der Anwohner eingegangen zu sein. Diese zeigten sich jedoch größtenteils fassungslos.
So ist die Lkw-Einfahrt in der Brandaustraße gegenüber dem Heilhaus-Mehrgenerationenhospiz weiterhin Teil der Planung. Kritik am Lärm konterten die Verantwortlichen: So sei nur die Zu-, aber nicht die Ausfahrt erlaubt und Nachtverkehr werde untersagt. Gegebenenfalls werde man eine Schranke installieren. Man rechne mit 55 Lkw, vorrangig 7,5- und 10-Tonner, die täglich die Einfahrt passieren. Schwerlastverkehr sei nicht zugelassen. Die Planer gaben zu verstehen, dass sich das LOKQ getaufte Areal nicht anders erschließen lasse.
Teile des Areals sollen zu „urbanem Gebiet“ umgewandelt werden, größtenteils jedoch zu „eingeschränktem Gewerbegebiet“, vorrangig für Handwerksbetriebe. 2000 Quadratmeter will Sector Seven langfristig Künstlern zu bezahlbaren Mieten bereitstellen. Für Auszubildende soll entlang der Wolfhager Straße ein Wohnheim entstehen. Produktionsstätten der Schwerindustrie schloss Oberbürgermeister Sven Schoeller (Grüne) aus. Eine Werkserweiterung von KNDS auf dem Areal sei damit vom Tisch.
Der Rüstungskonzern habe aber Interesse, so Schoeller, sich mit Verwaltungs- und Sozialgebäuden „in den Stadtteil zu öffnen“. Bestätigt wurde, dass KNDS ein eigenes Parkhaus baut, das über die Brandau- und Uferstraße angebunden wird. KNDS habe auch angeregt, eine Kantine zu errichten – sowohl für die eigenen Mitarbeiter als auch die Öffentlichkeit.



















