
Bei der konstituierenden Sitzung konnten die drei linken Mitglieder am Donnerstag, 30. April 2026, zum ersten Mal Ortsbeiratsluft schnuppern. Der Posten des stellvertretenden Ortsvorstehers lag in der Luft. Letztlich reichte es aber auch für den zweiten Stellvertreterposten nicht.
Kassel – Im Ortsbeirat Wehlheiden sitzen ab sofort auch drei Mitglieder, die bei der Kommunalwahl für Die Linke angetreten sind: Yasemin Sönmez, Ylva von Löhneysen (parteilos) sowie Nicolo Mazzola. Bei der konstituierenden Sitzung am Donnerstag, 30. April 2026, ab 19 Uhr wurde Madlen Freudenberg (Grüne) in geheimer Wahl mit sieben Stimmen zur neuen Ortsvorsteherin gewählt. Die Stimmen kamen dabei vermutlich aus ihrer eigenen Fraktion sowie von der Linken. Andreas Nitsch (SPD) unterlag mit sechs Stimmen (vermutlich SPD und CDU).
Vor der Wahl des stellvertretenden Ortsvorstehers meldete sich Yasemin Sönmez (Die Linke) zu Wort: Sie befürwortete, zusätzlich einen zweiten Stellvertreter zu wählen. Dadurch sollte auch dem Wahlergebnis Rechnung getragen werden. Denn SPD, Die Linke und CDU stellen jeweils drei Sitze im Ortsbeirat. Außerdem könne so gewährleistet werden, immer für die Bürgerinnen und Bürger Wehlheidens ansprechbar zu sein, sagte Sönmez. Die 13 Ortsbeiratsmitglieder stimmten ihrem Vorschlag einstimmig zu.
Posten für Grüne, SPD und CDU
Anschließend schlug Jan Hörmann (CDU) den SPD-Mann Andreas Nitsch als ersten Stellvertreter vor. Sandra Mijatović (Grüne) schlug Ylva von Löhneysen (parteilos, für Die Linke) vor. Mit sieben Stimmen wurde Nitsch ins Amt gewählt. Dafür war eine Leihstimme aus den Reihen der Grünen nötig, da SPD und CDU nur über sechs Stimmen verfügen – eine zu wenig.
Daraufhin wurde von Löhneysen von Mijatović auch für die zweite Stellvertreterstelle vorgeschlagen. Die bisherige stellvertretende Ortsvorsteherin Sabine Nödler (SPD) schlug Jan Hörmann (CDU) vor. Letztlich entschied auch in diesem Fall wieder eine Leihstimme: Hörmann wurde mit sieben Stimmen gewählt.
Zur Schriftführerin wählten die Ortsbeiratsmitglieder einstimmig die städtische Angestellte Annika Kuhlmann, die diese Rolle bereits in der vorausgegangenen Legislatur innehatte.
Achtungserfolg für Die Linke
Madlen Freudenberg (Grüne) bedankte sich beim scheidenden Ortsvorsteher Stephan Amtsberg (Grüne) mit einer Flasche Wein und Blumen. „Ich weiß, du hättest dieses Amt gerne weitergeführt“, sagte sie ihm. Freudenberg hatte bei der Kommunalwahl mit 4115 die meisten Stimmen aller für den Wehlheider Ortsbeirat angetretenen Kandidaten geholt. Amtsberg war ihr an zweiter Stelle mit 3571 Stimmen gefolgt.
Obwohl sie bei der Postenvergabe leer ausgegangen ist, stellt bereits der Einzug mit gleich drei Mitgliedern in den Wehlheider Ortsbeirat einen Achtungserfolg für Die Linke dar. Denn: Sie war bei den Kommunalwahlen am Sonntag, 15. März 2026, in Kassel erstmals in den Ortsbeirat Wehlheiden gewählt worden. Laut amtlichem Endergebnis stimmten 20,48 Prozent der Wähler für Die Linke ab, womit die Partei 3 von 13 Sitzen im Ortsbeirat belegt. Damit landete Die Linke hinter den Grünen (31,92 Prozent: 4 Sitze) und SPD (23,17 Prozent: 3 Sitze) auf Platz drei bei der Ortsbeiratswahl, noch vor der CDU (19,88 Prozent: 3 Sitze). FDP (3,05 Prozent) und Freie Wähler (1,49 Prozent) verpassten den Einzug.
