FR kündigt drei Jungredakteuren: Was das bei mir auslöst

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In der Redaktionsstube. (Foto: Paul Bröker)

Die Frankfurter Rundschau (FR) hat drei Jungredakteuren in der Probezeit gekündigt. Nichts Außergewöhnliches, hätte nicht kurz zuvor in der Redaktion ein Streik für bessere Bezahlung stattgefunden.

Mich hat diese Nachricht geschockt. Als Journalist, der selbst jung ist. Zwar nicht mehr in der Probezeit, aber beim selben Konzern (Ippen) angestellt. Meine Gedanken dazu (etwas assoziativ):

Soll ich glücklich sein, überhaupt einen Job zu haben? Alles schlucken, was mir vorgesetzt wird? Zu unwürdigen Gehältern mein Einverständnis durch Klappehalten geben?

Ja, das sollte ich tun. Denn dann kann ich noch zehn Jahre meinem Job als Journalisten nachgehen. Dann habe ich eine zweifelhafte Sicherheit, einem Job nachzugehen, der mir zwar zuweilen Freude bringt, aber nicht das Brot auf den Tisch.

Alles irgendwie nicht greifbar

Lieber würde ich mich selbstständig machen. Doch dann kickt die Realität rein: Dann verdiente ich noch weniger und müsste im PR-Gewerbe anheuern, um meine Ausgaben zu schulten.

Was ist also die Alternative?

Hinschmeißen, umorientieren, einem anderen Beruf in einer anderen Branche nachgehen.

Kämpfen, ums Verrecken. Für bessere Bedingungen, faire Gehälter, sinnvolle Beschäftigung.

Revolution. Zusammenschluss der verelendeten, kapitalfreien Lohnjournalisten. Jeder bringt seinen bescheidenen Teil ein und wir gründen die News-Genossenschaft mit fairen Löhnen, guter Berichterstattung.

Alles irgendwie illusorisch. Nichts greifbar.

Am Ende nur Kapital vs. Arbeit

Dass es am Ende nur um Kapital vs. Arbeit geht, leuchtet ein. Doch wer ist eigentlich abhängiger? Das Publikum, die Besitzer, die Lohnarbeiter?

Jeder nach seinem Interesse. Bislang siegen die Kapitalisten. Verlierer aufseiten des Publikums und der Lohnarbeiter.

Braucht es Kapital im Journalimus? Braucht es Presse- und Druckhäuser? Wohlsituierte Geschäftsführer? Werbearmadas?

Was ist der Kern? Was sollte erhalten bleiben? Worum dreht sich Journalismus? Was kann man nicht vor die Tür setzen, will man noch ein journalistisches Produkt abliefern?

Ich weiß es nicht. Und eine Lösung ist nicht überall gefunden. Nicht zur Zufriedenheit der Lohnarbeiter und auch immer weniger für das Kapital.

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